Der Solar-Marderschreck

So, nach vielen Versuchen, meinen Feind, den Marder, zu "vergrämen", endlich eine wirksame "Waffe". Er ist ziemlich einfach selbst zu bauen, sehr wirksam und umweltfreundlich.

Der Solar-Marderschreck  

Ich habe wirklich nichts gegen Tiere, bei mir zu Hause turnt ein Kater herum, er hat das "Kater-Paradies" auf Erden!

Aber in der Nähe des Parkplatzes bei meiner Freundin wohnt ein Marder. Er scheint böse und hinterlistig zu sein, denn er turnt regelmäßig mit sehr schmutzigen Pfoten über mein (meist frisch gewaschenes) Auto, rutscht lustig mit dem Popo die Scheiben herunter und kackt sogar auf das Dach! Diese Kacke wirkt auf den Lack sehr agressiv, der Lack quillt regelrecht auf und diesen Fleck sieht man ewig. Gerade jetzt in der Kirschenzeit frisst der Marder Kirschen, natürlich komplett, und kackt dann einen großen Haufen Kirschkerne auf das Auto.

Das wollte ich mir natürlich nicht länger ansehen und recherchierte im Internet nach Gegenmaßnahmen. Da steht sehr viel geschrieben. Ich habe alles ausprobiert, der Marder grinst nur und kackt weiter. Böses Tier!

Da grübelte ich nach einer Lösung. Was wahrscheinlich hilft, ist Ultraschall. Ich baute einen Ultraschall-Generator mit Batterien, ein Multivibrator gab einen Ton von rund 25kHz über einen Piezo-Buzzer ab. Das Teil legte ich am Abend unter das Auto. Es dauerte nicht sehr lage und in der Nachbarschaft bellten alle Hunde, nach ein paar Stunden waren die Batterien leer. Also, keine gute Lösung. Ich versuchte dann, den Schall zu pulsen. Nur, um Energie zu sparen. Den Hunden war das egal, es nervte die armen Tiere. Die Batterie hielt die ganze Nacht, der Marder mied den Lärm, die Hunde gingen dann irgendwann schlafen. Sah also prinzipiell aus, als hätte ich die richtige Lösung.

Was mich natürlich als Tierfreund nicht zufrieden stellte, war der Hunde-Ärger-Effekt. Ich machte den Ton einfach leiser. Wieder ein Wochenende mit Marder-Test. Komisch, die Hunde waren alle ruhig, der Marder kam aber nicht. Gegenprobe einen Tag später ohne Marderschreck: Prompt kletterte er wieder auf dem Auto herum!

Nun, trotz Allem hielt eine Batterie nur eine Nacht. So kann der Marderschreck recht teuer werden. Bei einem Besuch im Baumarkt sah ich in der Lampenabteilung diese Solar-Lampen. Mittlerweile extrem günstig. Ein Fünfer-Pack kostet nun nur noch zehn Euro. Da holte ich mir doch gleich mal so ein Fünfer-Pack und startete Messungen und Untersuchungen der Lampen.

Sehr interessante Elektronik befindet sich im Inneren. Die weisse LED wird tatsächlich mit Wechselstrom gespeist. Da der Akku nur 1,2Volt liefern kann und die LED wenigstens 3Volt benötigt, hat man einen Oszillator eingebaut, der bei einer Frequenz von ca. 150kHz abeitet und über eine kleine Drossel die Spannung erhöht. Es gibt keinen Vorwiderstand vor der LED, den Strom begrenzt der einfache Oszillator. Gemessen fliessen dort rund 20mA. Ich habe die LED mal entfernt und eine Greatz-Schaltung mit schnellen Dioden dran gehängt: Da kommen 7,5Volt raus! Sehr ordentlich, da lässt sich doch was bauen!

Also, los ging es, ich baute auf einer Uni-Platine (Lochraster-Platine) eine einfache Schaltung, zwei astabile Multivibratoren, der erste Multivibrator mit einer Takt-Zeit 1:5 (5 Sekunden aus, eine Sekunde ein) und schaltete damit einen zweiten Oszillator mit 25kHz. Und rein damit in die Solar-Lampe, statt der sonst vorhandenen weissen LED angeschlossen. Und neben das Auto gesteckt. Der Test: Es ging ca. 4 Wochen gut. Dann gewöhnte er sich wahrscheinlich an das Geräusch und kam wieder. Böser Rückschlag! Was tun? Da fiel mir noch was ein: Man kann den astabilen Multivibrator nicht nur einfach mittels Betriebsspannung takten, man kann auch die Basiswiderstände von der Betriebsspannung ab- und anschalten, dabei einen Elko verwenden und die Frequenz des Multivibrators geht bei jedem Einschaltimpuls von Maximum zu Minimun. Daran habe ich noch etwas experimentiert. Nun habe ich eine Schaltung, die den Pieper alle 5 Sekunden einschaltet, dieser einen Ton von anfangs 25kHz bis heruntergleitend 12kHz innerhalb einer Sekunde abgibt. Mit dem Oszillografen kann man das deutlich am Piezo-Buzzer messen. Zum richtigen Test habe ich mir von einem Freund ein hochempfindliches Mess-Mikrofon geliehen. Dieses zeigt eine tatsächliche Frequenz-Variation von ca. 25-12kHz an. Messen konnte ich das noch in einem Abstand von ca. 20m vom Marderschreck.

Gleichzeitig habe ich die Schaltung so optimiert, dass die durchschnittliche Stromaufnahme bei ca. 10mA liegt. Der Akku der Solar-Lampe hat eine Kapazität von 400mAh. Somit müsste dier Marderschreck bei optimal geladenen Akku 40 Stunden seine Arbeit verrichten können. Das ist natürlich optimal, der Akku wird sicher altern und Kapazität verlieren. Aber auch an trüben Tagen reicht die Akkuladung sicher für die ganze Nacht. In das durchsichtige Gehäuse der Lampe muss natürlich vor dem Piepser (Piezo-Buzzer) ein entsprechend großer Durchbruch eingebracht werden, damit der (Ultra-) Schall austreten kann. Vorsicht: Dieses Material ist extrem spröde. Besser ist es, das Loch hinein zu "schmelzen", als zu bohren.

Dann der Test: Der Marder kam bis heute nicht wieder!

Es wäre zu einfach, hier schon zu feiern. Marderschreck mal deaktiviert (die im Auslieferungszustand vorhandene Isolierfolie im Batteriehalter wieder dazwischen gesteckt) und gewartet: Der böse Marder kam wieder! Zwar erst nach drei Tagen, aber er probiert es wahrscheinlich immer wieder. Dann habe ich den Marderschreck wieder in Betrieb genommen: Der Kerl blieb weg!

Hier die Platine von vorn, eine eingebaute rote LED blitzt alle 5 Sekunden kurz auf, damit man in der Nacht auch von der Ferne sieht, dass der Marder-Schreck arbeitet:

Platine vorn 

Hier die Platine von hinten:

Platine-hinten

 

Das war nur einmal ein kurzer Überblick über das Projekt. Falls Interesse besteht, den Marder-Schreck nachzubauen, mailt mir: HIER

Falls zu viele Anfragen kommen, werde ich auf einer weiteren Seite eine komplette Bauanleitung veröffentlichen.

Zurück zur Bastelseite...

Online Counter kostenlos

 

Copyright 2011, Heiko Künzel

Gera/Thüringen