Leistungsfähige Metallsonde (Metalldetektor)

 

So, hier erfahrt Ihr, wie man sich eine leistungsfähige Metallsonde selbst bauen kann. Aber bitte Vorsicht, hier geht es um eine Bauanleitung, die schon etwas Geschick, und eine kleine Werkstatt mit etwas Werkzeug erfordert. Lötkenntnisse und Erfahrung beim Basteln von Elektrogeräten sind hier Voraussetzung.

Eine kleine Vorgeschichte gibt es dazu: Eines Tages kam ein Freund und erklärte mir, er habe seinen Ehering beim Spazierengehen verloren. Die gegangene Strecke kennt er noch genau, ist sie auch schon abgelaufen, aber er hat den Ring nicht wieder gefunden. Nicht auszudenken, was passiert, wenn seine Frau davon erfährt...

Nun, er bat mich, irgendwas zu basteln, was den Ring findet, es gibt doch solche Metallsonden... Damit ging es los. Es war nicht schwierig, eine einfach Sonde binnen ein paar Stunden zu basteln. Eine einfache Schaltung war mir dabei noch im Kopf: Man verwendet einfach zwei Oszillatoren, die auf fast gleicher Frequenz schwingen (um die 100-150kHz). Durch Mischung der beiden hohen Frequenzen entsteht ein hörbarer Ton (in Höhe der Differenz). Das frequenzbestimmende Teil, die Spule, ist beim ersten Oszillator im Gerät fest eingebaut, die Spule des zweiten Oszillators ist die Suchspule. Kommt Metall in die Nähe der Suchspule, ändert sich die Induktivität der Spule und damit die Frequenz: Der hörbare Ton ändert sich!

Hier das einfache Gerät:

Die einfache Metallsonde

Vorn links das Batteriefach, mittig die einfache Schaltung, in Epoxidharz vergossen, rechts der Lautsprecher für den Pfeifton und hinten die Spule, einfach aus blauen Draht auf Pappe aufgewickelt und verklebt. Die Spule wurde an einem Besenstiel befestigt und schon ging es los! Wir liefen gemeinsam den "Spazierweg" ab. Einer schwenkte den Besenstiel mit der Spule über die Erde, der zweite trug die offene Elektronik. Mein Freund fand seinen Ring! Allerdings lag dieser mitten auf den Weg und er sah ihn schon viel eher, als unsere kleine Suchspule ihn hätte detektieren können...

Trotzdem hatten wir (auch schon vorher) Tonänderungen, die mal mehr und mal weniger stark waren. Da der Ring gefunden war und wir etwas Zeit hatten, buddelten wir an den Stellen, wo unsere Sonde herum quiekte. Mit dem Taschenmesser oder der Fußspitze. Und wir fanden tatsächlich die verschiedensten Gegenstände, darunter auch Münzen. Am Meisten natürlich Eisenteile, wie Nägel, Draht, Schrauben und anderen Schrott. Und bis maximal 5cm unter der Erde.

Aber meine Neugier war geweckt, das Suchen (und natürlich auch das Finden) machen riesigen Spaß. Nur musste eine ordentliche Metallsonde her, mit diesem Teil macht das wenig Sinn.

Ich recherchierte lange im Internet, fand auch sehr viele Sonden, die man für mehr oder weniger viel Geld kaufen kann. Meist sind die günstigen Sonden grottenschlecht und die guten unbezahlbar. Ich dachte mir dann, das kann man auch selbst bauen, oder? Und ich suchte weiter. Dann fand ich eine interessante Internet-Seite von Trevor Hill, der den Eigenbau einer Metallsonde genau beschreibt. Zusätzlich bietet er einen kleinen Bausatz für wenig Geld an. Somit hat man wenig Gefahr, dass das Projekt misslingt, seinen GoldPic haben schon sehr viele Bastler erfolgreich aufgebaut. Hier die Seite von Trevor Hill: GoldPic3 von Trevor Hill

Ich bestellte mir den Bausatz (Achtung, besteht nur aus der unbestückten Leiterplatte und dem programmierten PIC-Prozessor). Es dauerte nicht sehr lange, nach zwei Wochen kam das Päckchen aus Südafrika. Ich baute die Schaltung auch sehr schnell zusammen, es war nicht sonderlich kompliziert, alle Bauelemente konnte ich bei den Versendern in Deutschland bestellen (ELV und Reichelt). Zeitgleich entdeckte ich bei Ebay eine billige, gebrauchte Metallsonde, die zwar wenig taugt, aber als Gehäuse herhalten musste. Das Teil kostete kein 20 Euro, aber das Gehäuse und das Teleskop-Gestänge waren es auf alle Fälle wert.

Ich baute die Elektronik-Platine des GoldPic3 in das Gehäuse, zusätzlich ein kleine Ladeelektronik für die Akkus und fertigte eine Spule an. Mit dem GoldPic kann man, wenn er ordentlich aufgebaut ist, problemlos Münzen bis zu einer Tiefe von ca. 25cm finden. Allerdings kommt es hier auf viele Faktoren an, z.B. wie die Münze liegt (flach oder hochkant) und wie stark die Boden-Mineralisierung ist.

Bei der Spule hat man viele Freiheiten, man muss nich nur an den Durchmesser, die Windungszahl und die Drahtstärke halten. Ich lies mit aus Plexiglas Rohlinge lasern, und drehte in den Umfang eine Nut. Dort wickelte ich den Draht hinein, vergoss alles mit Epoxidharz und brachte außen noch einen Schutz aus einem aufgeschlitzten Silikonschlauch an.

Um ehrlich zu sein, der GoldPic3 bestitzt keinen Diskriminator, das heisst, er gibt akustischen Alarm und die Balkenanzeige schlägt bei jeder Art Metall aus, egal ob Eisen- oder Nichteisenmetall (Bunt- oder Edelmetall). Man kann also Eisen nicht ausblenden.

Diesen Nachteil ignorierte ich anfangs, da ich dachte, buddelst einfach immer, man sieht ja, was wertvoll ist... Das ist aber auf Dauer etwas nervig, wenn man zum Beispiel auf Ackerflächen sucht und alle 30cm auf eine Schraube des Traktors oder einen Nagel stößt. Für die Suche nach verlorenen Schmuck an Stränden oder verlorenem Kleingeld um Parkautomaten oder auf Spielplätzen ist das Gerät aber hervorragend geeignet! Ich selbst habe die Schaltung des GoldPic stark verändert, es ist fast eine komplett neue Schaltung entstanden, die nun einen aufwändigen Diskriminator und eine neue Firmware enthält. Diesen Umbau werde ich eventuell später beschreiben.

Und nun die Bilder meiner Metallsonde, kurze Erklärungen findet ihr zu den einzelnen Bildern, zum Vergrößern anklicken:

Hier das Gesamt-Gerät:

Komplettgerät - zum Vergrößern anklicken

Die bestückte GoldPic-Platine:

Platine bestückt - zum Vergrößern anklicken

Das Material, teilweise aus einer alten Billig-Sonde gewonnen:

Das Baumaterial - zum Vergrößern anklicken

Der Testaufbau, funktioniert schon:

Testaufbau - zum Vergrößern anklicken

Das fertige Bedienteil:

Bedienteil - zum Vergrößern anklicken

Die Display-Anzeige:

Display-Anzeige - zum Vergrößern anklicken

Display - zum Vergrößern anklicken

Das Display im fertigen Gerät:

Das eingebaute Display - zum Vergrößern anklicken

Der Rohling des Spulenkörpers, aus Plexiglas gelasert:

Spulenkörper - zum Vergrößern anklicken

Und etwas seitlich forografiert:

Spulenkörper seitlich - zum Vergrößern anklicken

Eine Datailaufnahme der bewickelten Spule:

Spulendetail - zum Vergrößern anklicken

Die Spule mit aufgeklebten Halteflansch für das Gestänge:

aufgeklebter Halteflansch - zum Vergrößern anklicken

Die Maße der Spule:

Die Maße - zum Vergrößern anklicken

Die fertige Spule:

Die Spule fertig - zum Vergrößern anklicken

Der Blick auf das Display und die Spule von oben:

Display und Spule von oben - zum Vergrößern anklicken

 

Wie weiter oben schon beschrieben, der GoldPic eignet sich hervorragend für Anfänger, die in dieses Hobby erst einmal hineinschnuppern möchten, oder für Strand- und Schmucksucher. Profis, die nur noch nach Gold- und Silbermünzen graben, brauchen dann ein Gerät mit Metall-Diskriminator. Damit kann man Eisen ausfiltern. Es besteht auch die Möglichkeit, den GoldPic entsprechend umzurüsten. Der Aufwand würde sich aber für einen Hobby-Basteler nicht lohnen. Da ist ein gekauftes und fertiges Gerät fast erschwinglicher und auch nicht so kompliziert.

Aber jetzt wünsche ich euch einen "Guten Fund"!

Ich denke, das Meiste sollte selbsterklärend sein. Wollt Ihr den GoldPic3 nachbauen und habt noch Fragen, wendet euch vertrauensvoll an Trevor Hill oder mailt mir einfach: KLICK

 

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Copyright 2012, Heiko Künzel

Gera/Thüringen